Kahlfliegen der Bienenvölker
Januar 2009/nok
Vorbemerkung:
Häufig trifft im Herbst vor allem bei später Behandlung erst im August eine für das Bienenvolk unerträgliche Belastung durch die Varroamilben mit der oft ebenfalls zu späten Auffütterung zusammen. Derart gestresste Völker sind anfällig für weitere Krankheiten aller Art ausgelöst durch weitere Parasiten, Bakterien oder Viren. Wenn sie sich nicht bereits im Herbst kahl fliegen, geschieht dies spätestens in den Wintermonaten. Zurück bleiben leere Beuten oder nur noch die Königin mit einigen wenigen Bienen auf einzelnen Waben nebst ungepflegter, abgestorbener Brut samt sauberen Honig- und Pollenkränzen und einer unterschiedlich grossen Anzahl von Futter- und Leerwaben. Vielfach sind durch die langsame Schwächung dieser Völker auch noch Nosema- und Ruhrspuren sichtbar. Können die kranken Bienen während der Wintermonate nicht wegfliegen, häufen sich tote Bienen in grosser Menge am Kastenboden und verstopfen das Flugloch.Massnahmen:
Bei leeren Kästen sofort (wenn nötig schon im Winter) die Fluglöcher schliessen, um eine Krankheitsausbreitung durch Räuberei zu verhindern.
Das Wabenmaterial muss streng aussortiert werden. Alle dunklen, schimmligen oder Brutreste enthaltenden Waben werden ausgeschieden und eingeschmolzen, auch jene mit Futterkränzen! Die Krankheitserreger befinden sich auf dem Wachs bebrüteter Waben und im Futter. Ebenfalls eingeschmolzen werden alle Waben die an Rähmchen oder Zellen Ruhrflecken zeigen. Altwaben niemals ausschlecken lassen.
Es ist vertretbar, makellose unbebrütete Waben ohne Futter nach einer Begasung mit 60%iger Essigsäure wieder zu verwenden. Die Essigsäure tötet Viren und Nosemasporen ab: im Mai (Verdunstungswärme genügend hoch!) pro 12 Waben in einer verschlossenen Wabenkiste Schwammtuch mit 30 ml 60%iger Essigsäure tränken und auf die Waben legen bis das Schwammtuch trocken ist. Waben auslüften und weiterverwenden.
Die leer gewordenen Bienenkästen müssen vor dem wieder Einlogieren von Völkern einwandfrei gereinigt werden. Das gleiche Vorgehen gilt, wenn alte Rähmchen wieder verwendet werden.
- Wachsresten und ev. Kotflecken auskratzen
- Mit heissem fünfprozentigem Sodawasser und hartem Schwamm reinigen
- Kunststoffbeuten alternativ mit einprozentiger kalter Natronlauge und hartem Schwamm reinigen
- Mit dem Gasbrenner gut ausflammen.
Nur einwandfrei gereinigte Kästen, Rähmchen (am besten nur neue verwenden) und das grosszügige einschmelzen von Waben verhindert die Weiterverbreitung von Krankheitserregern aller Art im Bienenstand.
Vorbeugen:
Eine konsequente Varroabekämpfung mit wirksamen Mitteln zum richtigen Zeitpunkt!
- Erste Kontrolle mittels gittergeschützter Unterlage bereits im Frühjahr. Wenn Ende Mai täglich mehr als 3 Milben gezählt werden ist eine Behandlung nach der Frühjahrsernte notwendig. (z.B. Zwei Stossbehandlungen mit 85%iger Ameisensäure innerhalb einer Woche)
- Zur alternativen Varroabehandlung gehört das zwei- bis dreimalige Ausschneiden der Drohnenbrut im Frühjahr
- Nach dem Abräumen (spätestens Ende Juli) sofort die erste Behandlung mit Thymovar oder Ameisensäure vornehmen
- Möglichst im November oder spätestens Dezember im brutfreien Volk wird die Oxalsäurebehandlung ausgeführt.